Review: Alters (Aftershock)

Bei Aftershock Comics startete der mehrfach ausgezeichnete Autor Paul Jenkins 2016 seine neue Serie Alters. In dieser stellt sich Hauptfigur Chalice nicht nur einem Superschurken, der ihr das Leben zur Hölle macht, sondern auch ihrem nicht leicht zu bewältigenden Alltag. Sie ist nämlich nicht nur ein Alter, ein Mensch mit überdurchschnittlichen Kräften, sondern auch eine Transfrau. Paul Jenkins bedient sich in diesem Comic den vertrauten Superhelden-Geschichten und schafft ein den X-Men ähnliches Setting. Er erweitert es jedoch um eine Komponente, die dem Comic schon im Voraus einiges an Aufmerksamkeit gebracht hat… und nicht nur Gute. Grund genug sich zum Release des Sammelbandes nochmal die ersten fünf Hefte zu nehmen und zu sehen was wirklich hinter dem Comic steckt.

Die Welt befindet sich im Wandel. Immer mehr Menschen entwickeln übermenschliche Kräfte, die es ihnen erlauben ganz verschiedene Dinge zu tun. Sie rechnen wie Supercomputer, fliegen durch die Gegend oder kontrollieren Naturgewalten wie das Feuer. Diese Menschen nennt man Alters. Viele von ihnen versuchen mit ihren neu gewonnen Kräften etwas  Gutes zu bewirken, doch wo Licht ist, da gibt es auch immer Schatten. Durch Schurken wie den Matter Man, die mit ihren Fähigkeiten für Chaos sorgen, begegnet die Menschheit diesen Veränderungen argwöhnisch bis feindselig. Daher fällt es den Alters nicht leicht in der Gesellschaft Fuß zu fassen.
Während einige Menschen sich noch schwer tun die Veränderungen in der Welt zu akzeptieren, haben andere ganz reale und private Probleme. Eine junge Frau beginnt die Transition vom männlichen zum weiblichen Geschlecht, muss zeitgleich aber auch feststellen, dass sie einer der stärksten Alter aller Zeiten ist. Das macht sie zum Ziel für den größenwahnsinnigen Matter Man, dem sie sich als Chalice stellt. Sie wird eine Heldin für eine neue Generation. Doch das erweist sich als schwerer als gedacht. Chalice befindet sich auf dem Weg sie selbst zu werden, muss es zeitgleich aber schaffen die Probleme ihres Privatlebens und die Verantwortung durch ihre neuen Kräfte unter einen Hut zu bekommen. Weiterlesen „Review: Alters (Aftershock)“

Review: Angel City – Town Without Pity (Oni Press)

Los Angeles, die Stadt der Engel, war schon immer ein Ort, der die Menschen fasziniert hat. Besonders in dem Wort Hollywood schwingen Hoffnung, Zuversicht, aber auch unfassbar viel Schwermut mit. Die Menschen kommen in Scharen in die Stadt, in dem Glauben das große Los zu ziehen, doch nur den Wenigsten ist das auch geglückt. Trotzdem hat dieser Ort unsagbar viel Magie und gerade in den Anfängen des Kinos auch ein nahezu unerschöpfliches Maß an Charme. Nicht grundlos liefern deshalb auch in Angel City die 30er-Jahre ein wundervolles Setting für eine Geschichte über den Zauber von Hollywood und korrupte Gangster.

Mit Hoffnung auf den großen Durchbruch kam Dolores Dare nach Hollywood. Sie und ihre beste Freundin Frances waren sicher, dass sie einmal große Filmstars werden würden. Im Rampenlicht stehen und von jedem bewundert werden, das war der große Traum. Doch schnell musste Dolores feststellen, dass nicht jeder so viel Glück haben kann. So kommt es dazu, dass sie mittlerweile nicht mehr versucht zu schauspielern, sondern sich als Geldeintreiberin für einen lokalen Mafiosi verdient.
Durch die neuen Umstände hat Dolores ihr altes Leben hinter sich gelassen und auch den Kontakt zu Frances abgebrochen. Als deren Leiche in einem Müllcontainer in Chinatown gefunden wird, holt die Vergangenheit Dolores aber wieder ein. Sie beschließt der Sache selbst auf den Grund zu gehen. Je näher sie der Wahrheit kommt, umso gefährlicher wird es jedoch für sie und schnell sieht sie sich mächtigen Filmstudios, korrupten Polizisten und Leuten aus ihrem eigenen Berufsfeld gegenüber gestellt. Weiterlesen „Review: Angel City – Town Without Pity (Oni Press)“

Review: Afar (Image Comics)

Sieht man einmal von den beiden Verlagen Marvel und DC Comics ab, die natürlich immer im Fokus stehen, dann war in meiner News-Bubble für Comics lange nichts mehr so gefragt wie Afar. Von der Ankündigung, über erstes Bildmaterial, bis hin zu den verdammt guten Reviews, war das Feedback immer ausgezeichnet. Die bei Image Comics erscheinende Graphic Novel von Autorin Leila Del Duca (Shutter) und Künstlerin Kit Seaton (The Black Bull of Norroway) erweckte alle Anzeichen ein großartiger Comic zu werden. Dementsprechend hoch war meine Vorfreude auf den Band und ich bin froh, dass ich ihn endlich lesen konnte. Doch konnte die phantasievolle Geschichte über Boetema und ihre Traumreisen der hohen Erwartung gerecht werden)?

Die 15-jährige Boetema lebt mit ihrer Familie in einem postindustriellen Ödland. Es ist ein einfaches und oft anstrengendes Leben. Als das Mädchen aber auf einmal die Fähigkeit entwickelt im Traum eine Astral-Projektion von sich auf fremde Planeten zu schicken, öffnen sich ihr ganz neue und phantastische Welten, die sie selbst niemals hätte erahnen können. So beginnt Boetema im Schlaf viel Neues zu entdecken und das macht ihr unfassbar viel Spaß. Zumindest bis durch ihr Verschulden jemand schwer verletzt wird. Jetzt muss das Mädchen einen Weg zurück auf einen Lichtjahre entfernten Planeten finden, um ihren Fehler wieder gut zu machen.
Als wäre das noch nicht genug, muss sich Boetema auch mit einigen Problemen auf der Erde herumschlagen. Ihre Eltern haben sie und ihren 13-jährigen Bruder Inotu eine Weile verlassen, um zu arbeiten. Auf sich allein gestellt stolpern die Kinder jedoch schnell in einige Probleme und finden sich plötzlich auf der Flucht durch eine gefährliche Wüste. Werden die beiden diese Reise unbeschadet überstehen? Wird Boetema zurück auf den fremden Planeten finden? Und warum hat sie diese Gabe überhaupt? Erfahrt das alles in Afar. Weiterlesen „Review: Afar (Image Comics)“

Review: Giant Days (Popcom) – Reupload

Immer wieder nehme ich mir vor mal einen tieferen Blick auf Web-Comics zu werfen. Immerhin gibt es auch dort einiges zu entdecken. Daher habe ich vor einer weile angefangen Dumbing of Age zu lesen, weil der mich auf vielen Ebenen angesprochen hat. Der Web-Comic dreht sich um ein paar junge Erwachsene und deren Erfahrungen auf dem College. Was erstmal gar nicht so spannend klingt, wurde schnell so unterhaltsam und sympathisch erzählt, dass ich in kürzester Zeit hunderte von Seiten gelesen hatte. Ich saß auf dem Trockenen.
Da ist es nicht verwunderlich, dass ich mich auf die Suche nach ähnlichen Geschichten gemacht habe, die meinen Drang nach Slice-Of-Life wieder stillen können. Immerhin ist es eins meiner liebsten Genres und irgendwas dieser Art muss bei mir immer zum lesen zur Hand sein.
Fündig bin ich auch ziemlich schnell geworden. Der deutsche Verlag Popcom hat sich nämlich die Rechte an dem Comic Giant Days gesichert, der in den USA bei dem Verlag BOOM! Studios erschienen ist. Angefixt durch die Inhaltsangabe und meinen Drang nach genau so einer Geschichte, habe ich zum ersten Mal seit Jahren nach einer deutschen Version eines US-Comics gegriffen. Bereut habe ich es nicht… und jetzt: „Auf sie mit Gebrüll!“

Esther, Susan und Daisy sind Zimmernachbarinnen im College-Wohnheim. Das ist auch schon das einzige, was die drei jungen Frauen gemeinsam haben. Trotzdem sind sie beste Freundinnen geworden. So ist das eben auf dem College. Man ist neu und fühlt sich erstmal unorientiert und hilflos. Da bleibt man schnell an den ersten Menschen hängen, die man trifft und teilt ein gemeinsames Band.
Das gilt sogar für die Einzelgängerin  Susan, die immer mehr in die Mutterrolle für die leichtlebige Esther und unerfahrene Daisy rückt und sich den beiden annimmt, obwohl sie mit genug eigenen Problemen zu kämpfen hat. Beispielsweise einem Schatten aus ihrer Vergangenheit.
Zusammen erleben die drei Freundinnen den alltäglichen College-Wahnsinn und schlagen sich sehr humorvoll mit ganz normalen Problemen des Erwachsenwerden herum. Weiterlesen „Review: Giant Days (Popcom) – Reupload“

Review: The Infinite Loop (IDW Publishing) – Reupload

Am 31. März 2017 haben Pierrick Colinet und Elsa Charretier endlich die Fortsetzung ihres Comics The Infinite Loop bekannt gegeben. Dieser war 2015 meine größte Überraschung. Ich habe ihn mehr aus einer Laune heraus erworben, weil mich das Cover irgendwie angesprochen hat. Dabei wusste ich nichts über den Inhalt und auch die beiden Schöpfer waren mir bis dato vollkommen unbekannt. Ich bereue es bis heute nicht. Daher kann ich schon mal vorweg nehmen, dass ich für den Comic, der bei IDW Publishing verlegt wurde, meine uneingeschränkte Empfehlung ausspreche.
Das mache ich vor allen Dingen, weil ich bis heute das Gefühl habe, dass The Infinite Loop ziemlich unter dem Radar gelaufen ist und trotz des Erfolgs von Elsa Charretier bei Marvel und DC Comics nicht oft genug gelesen wurde. Dabei behandelt er sehr wichtige Themen auf eine mehr als ansprechende Weise. Deswegen hoffe ich, dass ich euch mit der Review etwas zum lesen des Comics motivieren kann. Ja, heute geht es um ein Herz-Thema.

Angefangen hat die Geschichte von The Infinite Loop schon vor mehreren Jahren, als Pierrick Colinet (Autor) und Elsa Charretier (Zeichnerin), die beiden kreativen Köpfe dahinter,  ihre ersten Arbeiten Charlie Adlard (The Walking Dead) bei einem Signiertermin zeigten.
Angefeuert durch seine gute Bewertung und die damit verbundene Unterstützung, entschlossen sich die beiden auf einer französischen Seite eine Kickstarter-Kampagne ins Leben zu rufen. Diese erreichte nicht nur in weniger als einer Woche ihr Ziel, sondern schaffte es auch noch auf mehr als 200% bis zum Ende. Damit sammelten die beiden fast 14.000 Dollar, welche es ihnen nicht nur ermöglichten ihre Arbeit abzuschließen. Zusätzlich hatten sie auch noch genug Geld für eine Reise zur New York Comic Con. Auf dieser steckten Colinet und Charretier viel Mühe in die Werbung für The Infinite Loop und hatten schon kurze Zeit später einen Deal mit IDW Publishing in der Tasche. Damit waren die Tore für die weite Welt geöffnet und auch wir haben die Chance den Sammelband, mit allen sechs Heften der Mini-Serie, in den Händen zu halten. Weiterlesen „Review: The Infinite Loop (IDW Publishing) – Reupload“

Review: Glitterbomb (Image Comics)

Nachdem ich Jim Zub durch seinen Comic Wayward schon vor einiger Zeit schätzen gelernt habe, freue ich mich sehr endlich einen weiteres Werk von ihm in den Händen zu halten. Zusammen mit Zeichner Djibril Morissette-Phan nimmt er uns dieses Mal mit nach Hollywood, um eine Horrorgeschichte zwischen den Schönen und Reichen zu erzählen. Wer in dieser Erzählung die wirklichen Monster sind, das wird aber nur die Zeit zeigen. In diesem Sinne: It’s time to eat the rich. For real.

Farrah Durante ist eine gealterte Schauspielerin, auf der Suche nach ihrer nächsten, großen Rolle. Das erweißt sich jedoch schwieriger als gedacht, denn in Hollywood zählt Jugend mehr als Erfahrung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ihre Frustration mit jeder Ablehnung immer weiter steigt. Der Misserfolg nagt immer mehr an ihrer Psyche, bis sie schlussendlich etwas Unheimliches ins Meer lockt… etwas, das bereit ist sich an der Gesellschaft zu rächen, die besessen ist von Prominenten und Gossip. Zu Rächen an denen, die Farrah in die Verzweiflung getrieben haben.
Die Unterhaltungsindustrie ernährt sich von unserer Unsicherheit, den Wünschen und Ängsten. Man kann aber nicht mit diesen Emotionen spielen, ohne dass sie zurück beißen. Weiterlesen „Review: Glitterbomb (Image Comics)“

Review: Snotgirl (Image Comics)

Fashion, Online-Ruhm und… Allergien. Das sind die großen Aufhänger von Snotgirl, dem neuen Comic von Bryan Lee O’Malley (Scott Pilgrim) und Zeichnerin Leslie Hung (Instagram). Für den Autor ist es die erste, große Serie seit seinem Erfolgshit über das Besiegen der sieben teuflischen Ex-Freunde. Außerdem arbeitet er zum ersten Mal in klassischer US-Manier mit geteilter Arbeit und monatlicher Veröffentlichung.
Generell ist die Welt der Mode-Blogger eine, die in Comics bisher relativ unangetastet geblieben ist, obwohl sie viel Potential für einen extravaganten Stil und Intrigen aller Art bietet. Dazu ist der Aspekt mit der Online-Persönlichkeit ein durchaus spannender und ich mag generell Comics ganz gerne, die ein fadenscheiniges „hip“ als Aushängeschild nehmen. Daher blieb es nicht aus den ersten Sammelband mitzunehmen, um zu sehen ob er den Erwartungen daran gerecht wird. Vor allen Dingen weil O’Malley durch vorherige Werke einen Stein im Brett hat, ist die Erwartung natürlich auch nicht gering.

Lottie Person ist eine angesagte und schillernde Fashion-Bloggerin, die ihr Leben in vollen Zügen genießt. Zumindest ist es das, was sie ihre Mitmenschen glauben machen will. In Wahrheit wird ihr Leben durch ihre Allergien bestimmt, die immer wieder ihre perfekte Fassade bedrohen. Dazu sind ihre Freunde alle auf ihre Art furchtbare Personen, ihr Freund hat sie gegen „ein jüngeres Modell“ ersetzt und sie könnte oder könnte auch nicht jemanden umgebracht haben. Weiterlesen „Review: Snotgirl (Image Comics)“

Review: Wayward (Image Comics) – Reupload

Wenn man Autor Jim Zub fragt wie er selbst seinen Comic Wayward beschreiben würde, dann beschreibt er ihn selbst als „Buffy in Japan!“ und das bringt es ziemlich genau auf den Punkt. Als jemand, der sich schon immer für Teenager-Drama und einen Touch von Fantasy begeistern konnte, lag der Kauf da natürlich auf der Hand. Mittlerweile sind vier Paperbacks erschienen und die Geschichte von Jim Zub ist eine regelrechte Berg- und Talfahrt, die im großen und ganzen aber mit viel frischen Ideen und östlichen Einflüssen glänzt.

„128 million people… plus me.“ – Rori Lane

Rori Lane ist bereit einen neuen Abschnitt ihres Lebens zu beginnen. Dafür begibt sich die Jugendliche nach Japan, um dort bei ihrer Mutter zu wohnen. Zuvor lebte sie bei ihrem irischen Vater, doch jetzt ist Rori auf der Suche nach ihren Wurzeln in dem traditionsreichen Land in Asien.
Nach ihrer Ankunft dauert es nicht lange, bis  das Mädchen in eine Welt aus Magie, Tradition und Folklore gezogen wird. Dabei trifft sie viele neue Freunde, mit welchen sie sich gegen allerlei Yokai (Japanische Monster, wie Kappas oder Tengu) behaupten muss. Bereits an ihrem ersten Abend in Japan lernt sie das Katzenmädchen Ayame kennen, welche sie vor einer Gruppe Monstern rettet. Es ist dieser Kampf, in dem Rori erkennt, dass auch sie mit Kräften ausgestattet ist, um sich gegen die Dämonen zu behaupten. Doch wer verbirgt sich hinter den Angriffen? Warum wollen sie die Kinder am liebsten Tod sehen und woher kommen die Kräfte überhaupt?

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