Review: The Lego Batman-Movie – Clayface: Matsch-Attacke (70904)

In meinem alten Blog habe ich bereits einige Reviews zu Sets aus der The Lego Batman Movie-Reihe geschrieben und das ist etwas, das ich auf dieser Seite gerne fortsetzen würde. Ich habe immer wieder Lizenz-Produkte, die ich sehr aktiv verfolge und dieses Jahr liegt der Fokus ganz klar auf den Sets zum Film des dunklen Ritters. Zumindest bist The Last Jedi näher rückt. Im Winter wird meine Leidenschaft sicherlich weg von der Fledermaus und hin zu einer weit, weit entfernten Galaxie wandern. Nun gut, bis dahin versuchen wir einfach so viel mitzunehmen wie möglich. In diesem konkreten Fall heißt das Clayface: Matsch-Attacke.
Dieses Set ist das erste aus der Reihe, das bei mir steht und kein Fahrzeug ist. Es ist aber auch nicht recht ein Gebäude. Eigentlich sind es nur drei Charaktere. Was für den Umfang erstmal befremdlich wirkt, löst Clayface selbst aber sehr schnell auf. Die Figur ist wahrscheinlich eine der Aufwändigsten, die ich bei Lego bisher gesehen habe. Alleine das hat mir das Set wirklich schmackhaft gemacht.

Am Anfang habe ich mich sehr lange gesträubt Clayface: Matsch-Attacke zu kaufen, weil ich das Gefühl hatte für 34,99 Euro nicht genug geboten zu bekommen. Es hat sich angefühlt als wäre nichts dabei gewesen, das dem Set seinen Wert gibt. Immerhin sind das ja bloß drei Figuren. Selbst wenn man die eine selbst zusammenbauen muss. Mit einem Blick auf die Eckdaten wirkt das Set aber tatsächlich gar nicht mehr so schlecht, wie man am Anfang denken mag. Durch seine 448 Teile ist es im Verhältnis zum Preis sogar eins der günstigsten Sets. Für jedes Stück Lego zahlt man im Durchschnitt nämlich nur 0,08 Euro. Der einzige Wermutstropfen dabei ist eigentlich bloß, dass es sehr viele Kleinteile sind. Dadurch wird die tatsächliche Menge ein wenig verschluckt und es sieht nach weniger aus. Zumindest wenn man nicht auf die Details achtet.

Schaut man sich Clayface näher an, dann fällt sofort auf wie gut man die Figur aus der Vorlage adaptiert hat und auch wie viel Mühe in ihr steckt. Die Figur ist im Ganzen 14 cm hoch und damit auch als Actionfigur definitiv in einem finanziell vertretbaren Rahmen. Wenn man in der Größenordnung etwas wirklich schönes will, dann nimmt man nicht weniger Geld in die Hand und ich kann so viel vorweg nehmen: Clayface sieht super aus im Regal.
Die Figur selbst besteht aus einer recht soliden Basis, die bedeckt ist mit hellbraunen, runden 2×2-Platten. Diese verleihen dem Charakter sein lehmiges Äußeres. An den Armen und Beinen wurden aber auch immer wieder Gestein-Elemente verbaut, die in der rötlich-braunen Färbung ziemlich selten sind. Selbst dadurch könnte die Figur sicher für einige interessant werden. Zumindest wenn man gerne selbst kreativ wird. Da nimmt man dann ja gerne alles mit was geht.
Die Form von Clayface erinnert ein wenig an einen Trichter, der auf beweglichen, aber wirklich winzigen Stummelbeinen steht. Die machen es einem leider auch nicht leicht die Figur posieren zu lassen. An der Haltung der Arme muss man doch recht viel und lange herumspielen, bis sie wirklich mal festen Stand beweist. Dafür kann man mit diesen aber auch wirklich viel machen. Im Vergleich zum Körper sind die Arme nämlich ganz schön lang. Generell sind sie dazu auch sehr voluminös und beweglich. Statt richtiger Hände hat Clayface zwei Stud-Shooter, die bis zu sechs Kugeln abfeuern können. Das visualisiert quasi, wie er mit einem Hieb auf Distanz Lehm verschießt. Die Form des Lego, das man um den Shooter gebaut hat, erinnert dabei stark an eine Faust.
Wenn man aber wirklich in den Nahkampf will, dann empfiehlt es sich eine der Fäuste abzunehmen. Diese lassen sich ganz leicht abziehen und austauschen. Zum Beispiel durch einen riesigen Hammer, mit dem man aus der Nähe sicher einiges an Schaden anrichten kann.
Das Highlight der Figur ist aber der Kopf, der sich gekonnt in den breiten Oberkörper einfügt, zeitgleich aber in alle Richtungen beweglich ist. Zumindest in einem ausreichend großen Rahmen. Das ist aber auch gar nicht der große Pluspunkt, sondern viel mehr die Tatsache wie gekonnt sie den tumben Gesichtsausdruck des Monsters eingefangen haben. Die Augen, die aus zwei bedruckten Steinen bestehen, wirken zwar sehr ernst, aber durch die übertrieben weit herunter gezogenen Mundwinkel erscheint Clayface eher albern und die einzelnen Zähne tun dann den Rest, um den Schurken wie einen plumpen Haudrauf wirken zu lassen. Das aber so geschickt im Design, dass ich damit sehr glücklich bin.

Nachdem die Figur dann fertig aufgebaut war, muss ich aber schon sagen, dass mir nicht alles 100%-ig gefallen hat. Dadurch das so viele Details in der Figur selbst stecken und man mit sehr viel Kleinteilen versucht hat eine große Menge an Ebenen aufzubauen, wirkt der Hammer zu plump. Der Rest erscheint wirklich wie ein Monster aus Lehm und Erde, aber der Hammer ist einfach zu glatt poliert und zu schnell aus wenigen, großen Teilen zusammen gebaut. Das Design ist dabei nicht grundlegend schlecht, aber es beißt sich ein wenig mit dem Rest der Figur und das ist dann doch irgendwie schade.
Außerdem tut der Lehmhaufen, in dem eine Minifigur feststecken kann, auch nicht viel für das Set. Es ist ein Nice to have, aber wirklich besser wird es dadurch nicht wirklich. Da hätte ich mir ein wenig mehr Kreativität gewünscht. Vor allen Dingen wenn diese beiden Dinge das einzige sind, was man an diesem Set bemängeln kann.

Wirklich etwas besonderes sind die beiden Minifiguren auch nicht, die dem Set beiliegen, aber in diesem Fall ist auch Clayface der Kaufgrund und niemand anders. Ja, die Batman-Figur ist auch sehr gelungen und punktet mit einem hochwertigen Umhang und dem neuen Gürtel-Teil, aber wenn man die Sets alle sammelt, dann kann man sich mit dem sowieso tot schmeißen und er hat kaum einen Mehrwert. Wenn man ein Kind ist und noch nicht so viel Geld hat, dann ist es natürlich schön, dass man auch überall seinen Batman bekommen kann.
Die zweite Figur im Set ist die Bürgermeisterin, die nicht nur für den Film kreiert wurde, sondern auch nur exklusiv in diesem Set zu bekommen ist. Das macht Clayface: Matsch-Attacke für Sammler immerhin etwas attraktiver, aber ansonsten ist die Figur einfach zu belanglos, um wirklich jemanden hervorzulocken. Mir persönlich gefallen aber das Haarteil und ihr Anzug sehr gut. Ihre Einzelteile wird man bei mir sicherlich irgendwann mal in anderen, selbst gebauten Projekten wiederfinden.

Alles in allem bekommt man bei Clayface: Matsch-Attacke doch deutlich mehr für sein Geld, als man auf den ersten Blick glaubt. Durch die vielen Kleinteile ist der Aufbau aufwändiger als erwartet und die Dichte an Details in der Clayface-Figur ist erstaunlich hoch. Sie wird auf jeden Fall zum Hingucker. Man muss mit dem DC-Universum aber wirklich etwas anfangen können, ansonsten lohnt es sich nicht das Geld in so ein Set zu investieren, wenn man nur einen B-Listen-Schurken bekommt… und viel mehr als ein Schurke ist es in diesem Set eben auch nicht. Für Sammler trotzdem ein Hingucker im Regal und für Kinder sehr gut zu bespielen. Nur beim Aufbauen ist je nach Alter sicher etwas Hilfe angebracht, denn die vielen kleinen Teile können hin und wieder doch ein wenig nerven.

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Veröffentlicht von

El Nerderino

Der Comic-Stapel ist zu groß, die Lego-Kisten laufen über und bei den vielen Serien hat Netflix auch nichts mehr mit chill zu tun. Trotzdem wird sich immer mal wieder ein großer Kakao und Zeit zum bloggen genommen. Irgendwo muss die Meinung ja hin… auch wenn sie keinen interessiert.

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