Review: Lego Marvel – Iron Man: Detroit Steel Strikes (76077)

Endlich mal wieder frischer Wind in meiner Lego-Sammlung. Mit dem Erscheinen der ersten Sets stand bei mir in den letzten Monaten Lego Batman ziemlich hoch im Kurs. Mit Clayface: Matsch-Attacke habe ich diese Reihe jedoch erstmal zu Ende gebracht und warte auf die zweite Welle an Sets. Ich wollte endlich wieder mal was anderes sehen und habe gerade bei Marvel und Star Wars sowieso noch einiges nachzuholen. Deswegen habe ich mir endlich das Set Iron Man: Detroit Steel Strikes zugelegt.
Dieses Set hatte ich erst gar nicht so sehr auf dem Schirm, weil ich keinen sonderlich großen Bezug zu dem Antagonisten habe und auch Iron Man nicht gerade mein liebster Superheld ist. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann war mein Kaufgrund vor allen Dingen Agent Coulson. Nach dem Aufbau ist meine Meinung zwar etwas besser, aber so richtig zufrieden bin ich trotzdem nicht.

Ein Blick auf die Eckdaten des Sets zeigt, dass man mit Detroit Steel Strikes einen recht guten Deal macht. Das Set besteht aus dem namensgebenden Kampfanzug, der 1962 Chevrolet Corvette  Lola, die man aus der Serie Agents of S.H.I.E.L.D kennt und drei Minifiguren. Alles in allem bestehen die verschiedenen Elemente aus 377 Teilen und man bekommt alles für 34,99 Euro (Lego Store). Das bedeutet im Verhältnis einen Preis von 0,09 Euro pro Stein. Für ein Lizenzprodukt auf jeden Fall ein Preis, der sich sehen lassen kann.

Das erste Element in dem Set ist der Kampfroboter Detroit Steel. Der von Hammer Industries gebaute Kampfroboter hat mir erstmal gar nichts gesagt und ich musste mich selbst schlau machen, was es mit diesem auf sich hat. Da macht es sich halt bemerkbar, dass ich eigentlich keine Iron Man-Comics lese. Nachdem ich jetzt ein wenig Hintergrundwissen habe, überrascht es mich aber auch, dass man sich für diesen Gegner entschieden hat. Im Kosmos des Eisenmannes hätte es definitiv noch ikonischere Möglichkeiten gegeben. Zum Vorteil kommt aber, dass der Anzug sehr gelungen ist (und er toll in Kampfpose gegen meinen Hulkbuster aussieht).
Wenn man es nicht besser weiß, dann könnte man auch erstmal einen überdimensionalen Iron Patriot vermuten, denn die Farbgebung erinnert auch bei Detroit Steel stark an die amerikanische Flagge. Außerdem wurden an mehr als einer Stelle Sterne und Streifen verwendet, um den Anzug einen ganz eigenen Look zu verpassen. Das macht sich bezahlt, denn besonders farblich macht dieser Teil des Sets einiges her.
Ein wenig schwächer ist dafür das grundlegende Design vom Rumpf. In diesen steckt man einfach die Figur und klappt dann eine Brustplatte davor. An sich okay, aber das die Figur Lücken in dem Aufbau schließt ist etwas zu plump. Der Anzug wirkt dadurch sehr anfällig. Außerdem stört es mich ein wenig, dass es keinen richtigen Kopf gibt, sondern der Helm der Minifigur diesen repräsentiert. Die Proportionen wollen mir einfach nicht gefallen.
Wesentlich besser funktionieren dafür die Extremitäten. Arme und Beine lassen sich in alle möglichen Richtungen bewegen und erlauben Detroit Steel so viele actionreiche Kampfposen. Durch die breiten Beine ist dabei auch immer sicherer Halt gewährleistet und die Figur fällt nicht schon um, wenn man sie mal nur schief anguckt. Definitiv ein gelungener Aspekt im Design.
Ebenfalls gekonnt umgesetzt sind die Arme, die durch eine simple Konstruktion besonders an den Schultern sehr breit wirken, aber die Beweglichkeit nicht einschränken. Außerdem hat Detroit Steel nicht nur gut umgesetzte Oberarme, sondern auch simple, aber effektive, Hände und vor allen Dingen zusätzlich angebrachte Waffen. Es gibt ein ziemlich schlichtes und doch irgendwie gelungenes Design für eine Kreissäge und natürlich den obligatorischen sechsfachen Stud-Shooter. Das einzige Manko an diesem ist, dass sich die orangefarbenen Geschosse etwas mit dem grundlegenden Farbschema beißen. Da wäre es mir lieber, wäre man bei dem Dunkelrot geblieben oder wenn man einfach graue Studs genutzt hätte.

Nachdem mir Detroit Steel ganz gut gefallen hat, kommen wir jetzt zu meinem Problemkind in diesem Set: Lola. Ich hatte richtig Lust auf eine schöne Umsetzung von diesem Auto und einige Aspekte an dem Modell gefallen mir durchaus gut, aber alles in allem ist es doch eher ein Flop. Fangen wir aber lieber erstmal mit den positiven Aspekten an. Zu Beginn hätten wir da die Windschutzscheibe. Das ist einfach nur ein tolles Stück Lego, dass sich sicher auch an eigenen Fahrzeugen toll machen wird. Doch auch bei Lola trägt sie viel zu einem außergewöhnlichen Look bei. Desweiteren hat es mich riesig gefreut, dass die Front keinen Sticker hat, sondern das Teil mit der Lola-Plakette bedruckt ist. Einzigartige Steine sind immer toll. Vor allen Dingen wenn das Design so gelungen ist. Das größte Highlight ist aber das Action-Feature, mit dem man die Reifen einklappen kann und mit dem Auto abheben. Es ist zwar nur eine ganz simple Hebelfunktion, aber alleine das es dabei ist, ist ein Gewinn.
Leider ist die Funktion an sich aber gar nicht so gut integriert. Es stört mich, dass man an den Seiten die Technic-Stangen sieht und generell stehen die Reifen sehr weit ab, damit man sie problemlos einklappen kann. Dadurch wirkt das Auto an sich aber viel weniger windschnittig und unnötig breit und grob im Design. Die Rückseite ist auch sehr zweischneidig zu betrachten. Der Kofferraum-Part sieht zwar sehr schnittig aus, aber das dann einfach ganz offen die Hebel für die Reifen zu sehen sind ist einfach nicht schön. Genauso wie auf der Motorhaube die glatten Steine, die einfach über die Scheinwerfer überstehen. Das wirkt einfach wie die billigste und schnellste Lösung und der Part mit den Lampen dadurch wenig wertig. Sehr schade, da man gerade aus dem Auto viel hätte rausholen können.
Zuletzt auch nicht so toll ist, dass es zwar einen breiten Innenraum gibt, dieser aber trotzdem nur auf eine Figur ausgelegt ist. Natürlich ist Coulson ziemlich vorsichtig damit, wen er an sein geliebtes Auto lässt, aber ich finde es bei Lego-Fahrzeugen einfach nicht schön, wenn eine Figur mittig drin sitzt. Das wirkt irgendwie immer falsch. Am Ende ist das aber wirklich das kleinste Übel an einem faulen Design.

Kommen wir zu dem oben bereits angekündigten Highlight des Sets: den Figuren. Wie der Name schon sagt, ist natürlich eine Iron Man-Figur dabei. Bei dieser fällt auf, dass es mal einen ganz neuen Ansatz gibt. Bei dem Helm wurde dieses Mal darauf verzichtet, dass man ihn aufklappen kann. Dafür erinnert das Design der Maske mittlerweile mehr an aktuellere Comics. Das kann man jetzt mögen oder nicht. Ich selbst war nie ein großer Fan von der Klappfunktion der alten Helme, aber dafür haben sie schon ein gutes Stück authentischer gewirkt durch ihre Form. Andererseits kann man dieses Mal das Gesicht von Tony nicht nur durch die Klappe sehen, sondern bekommt auch ein Haarteil dazu, so dass er den Helm auch mal abnehmen kann. Dieses gefällt mir zwar auch nicht 100 %-ig, aber es kommt der Vorlage nah genug, dass ich mich nicht beschweren werde.
Das tatsächliche Highlight an Tony sind aber die neuen Geschosse. Diese sehen durch den Schweif nicht nur cooler aus, wenn man beim spielen das Fliegen mit der Rüstung nachstellt, sondern diese Teile lassen sich, ähnlich wie die Studs in einem Shooter, direkt aus der Hand abfeuern. Ein tolles neues Feature, um die Waffen von Iron Man schöner ins Spiel einzubringen.
Die zweite Figur ist der Pilot von Detroit Steel, der sich hinter dem Eisenmann definitiv nicht verstecken muss. Tatsächlich gefällt mir die Figur grundlegend sogar besser. Mit Standard-Haarteil und dem Gesicht hebt er sich zwar nicht gerade ab, aber der auf Körper und Helm wurde einfach mit so viel Liebe zum Detail gemacht, dass man die Figur eigentlich nicht hassen kann. Auch hier dominieren wieder die Stars and Stripes, die mit schimmerndem Metall kombiniert eine eindrucksvolle Rüstung abgeben. Wenn man einen Bezug zu dem Charakter hat, dann wird man von der Lego-Umsetzung sicherlich umgehauen. Ich finde sie aber selbst als Außenstehender schon sehr, sehr gut.
Der (nicht so) heimliche Gewinner ist aber definitiv Agent Coulson. So lange haben Fans auf diese Minifigur gewartet und sie ist definitiv der Hauptgrund, warum Leute dieses Set kaufen. Dabei ist das Design mit dem Anzug und den nicht neuen Haaren gar nicht so besonders, aber es ist eben der Son of Coul und der ist… classy. Dazu hat er noch zwei sehr gelungene Gesichter. Das eine mit Headset, mit dem er in Kontakt mit seinen Agenten bleiben kann und das andere mit Sonnenbrille, falls er mal besonders cool einer Explosion den Rücken kehren muss. Alles in allem ein simples Design, das den Charme des Charakters aber gekonnt einfängt.

Am Ende lässt mich das Set leider trotzdem gespalten zurück. In Sachen Preis-Leistung kann man bedenkenlos zuschlagen. Vor allen Dingen weil man es in einigen Läden auch schon für 29,99 Euro bekommen kann, was einen unschlagbaren Deal daraus macht. Immerhin bekommt man dafür ein paar tolle Minifiguren und auch Detroit Steel überwiegt mit positiven Punkten. Auf der anderen Seite muss man aber auch damit zurecht kommen, dass Lola wirklich gar nicht gelungen ist. Zusammengefasst werden sowieso alle zuschlagen, die es auf Coulson abgesehen haben oder generell Iron Man ganz toll finden, aber auch wer ein günstiges Superhelden-Set für den Nachwuchs sucht, macht hiermit sicherlich nichts falsch. Bei mir werden auf lange Sicht wohl nur die Figuren im Regal bleiben und gerade das Auto nur all zu schnell verschwinden. So schade ich das finde.

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Veröffentlicht von

El Nerderino

Der Comic-Stapel ist zu groß, die Lego-Kisten laufen über und bei den vielen Serien hat Netflix auch nichts mehr mit chill zu tun. Trotzdem wird sich immer mal wieder ein großer Kakao und Zeit zum bloggen genommen. Irgendwo muss die Meinung ja hin… auch wenn sie keinen interessiert.

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