Review: Lego DC Comics Superheroes – Wonder Woman Warrior Battle (76075)

Nicht mehr lange, bis die erste Heldin aus dem DC Comics-Universum den Weg auf die Leinwand schafft. Am 15. Juni 2017 schwingt Powerfrau Wonder Woman endlich ihr Lasso der Wahrheit im großen Stil. Nachdem die vorherigen Teile im DCEU verhalten angenommen wurden, gelingt es ihnen mit diesem Film hoffentlich endlich ihren Kurs zu finden. Zumindest mit dem ersten Lego-Set zu Wonder Woman befindet man sich erst einmal auf einem guten Weg. Doch vollkommene Zufriedenheit möchte sich noch nicht so wirklich einstellen.

Die erste Kritik am Wonder Woman-Lego beginnt schon damit, dass es generell nur ein Set gibt. Anders als bei Batman V Superman möchte man hier scheinbar kein Risiko eingehen und auf zu vielen mittelmäßigen Sets sitzen bleiben. Daher hat man sich entschieden der Amazone nur ein Kleines zu zusprechen. Dieses besteht nämlich nur aus einem sehr einfachen Flugzeug, zwei Minifiguren und einer Figur zum zusammenbauen. Diese wird jedoch solchen Ansätzen wie Clayface aus dem Lego Batman Movie in Sachen Aufwand nicht gerecht, sondern erinnert mehr an den Ant-Man aus dem Superhelden-Einsatz am Flughafen-Set zum Civil War-Film.
Auch ansonsten muss man einige Abstriche machen. Ich mag es zwar ganz gerne so große Figuren zu bauen und auch das Flugzeug und die Figuren sind nicht furchtbar, aber leider ist das Set in Europa wieder viel zu teuer angesetzt. So zahlt man im Lego Store satte 34,99 Euro für diese Kleinigkeiten, die gerade einmal aus 286 Steinen bestehen. Das sind durchschnittlich ganze 13 Cent pro Stein. Damit spielt das Set preislich selbst bei Lizenzprodukten in der oberen Liga mit. Da überlegt man sich das gerade für Kinder zweimal, ob man wirklich so viel bezahlen will, auch wenn man damit sicher toll spielen kann und es ansonsten kaum Wege gibt eine Wonder Woman zu bekommen.

Als erstes schauen wir uns mal das Flugzeug an. Schon mit Blick auf die Packung wird klar, dass wohl niemand das Set deswegen mitnimmt. Es ist eine nette Beigabe, mit der man sicherlich den Kampf gegen den kriegerischen Riesen (Ja, dieser Lego-„Spoiler“ zeigt ganz klar um wen es sich handelt, aber vielleicht weiß es ja nicht jeder.) noch etwas spannender gestalten kann. Das Flugzeug selbst ist eine sehr vereinfachte Darstellung von Modellen, die man im ersten Weltkrieg benutzt hat und fängt den Charakter der Zeit relativ gut ein. Mit sehr vereinfachten Mitteln schafft man hier die Form des Gefährts, aber an einigen Stellen leidet es genau darunter. Auf der Unterseite bleibt alles ziemlich offen und auch die Platten für die Flügel sind etwas zu platt aufgesetzt. Da wäre ein flüssigerer Verlauf schön gewesen. Dafür gefallen mir das Geschütz vor dem Cockpit und das bewegliche Ruder am Ende sehr gut. Das Flugzeug bietet einiges an simpelster Action, büßt aber ganz schön im Design ein. Da merkt man den Defizit in Preis und Material am deutlichsten. Die Figuren sind eigentlich zufriedenstellend, aber die 50 Steine, die für ein faires Verhältnis gesorgt hätten, wären an dem Flugzeug nicht verschwendet gewesen. Schade, dass man hier so einfach abgespeist wird. Zum spielen ist es gerade okay, aber ein Hingucker nun wirklich nicht.

Das Highlight des Sets ist dieses Mal auf jeden Fall der große Widersacher, auf den wir im Wonder Woman-Film treffen werden. Durch dieses Set bekommen wir schon einen guten Einblick und ich bin grundlegend erstmal begeistert. Bei diesen großen Figuren gibt es immer wieder Unterschiede und man muss für sich selbst entscheiden was man lieber mag. Zum einen gibt es die Bionicle-ähnlichen Anzüge, wie beispielsweise bei Iron Man: Detroit Steel Strikes und auf der anderen Seite die überproportionalen Minifiguren. Diese gefallen mir persönlich deutlich besser, weil sie den Charme von Lego einfach besser einfangen. Daher haben wir hier schon einen Pluspunkt für das Wonder Woman-Set. Alles in allem gelingt das Design auch sehr gut. Der Schädelhelm und der animalische Panzer strahlen genau die nötige Bedrohlichkeit aus, die so ein Charakter braucht. Dazu die übergroßen Waffen und glühenden Elemente an den Armen und die Optik hat mich überzeugt. Die Vorlage wurde hier zur vollen Zufriedenheit getroffen und als Lego-Figur adaptiert.
Ein paar kleine Abstriche muss ich trotzdem machen. Vor allen Dingen wegen dem obligatorischen Sticker-Problem. Auch bei dieser Figur tritt es sehr stark auf. So besteht der Brustpanzer alleine schon aus fünf Aufklebern, die auch noch so sauber angebracht sein müssen, dass der Druck auf einander passt. Für Grobmotoriker kann das schon mal zur Qual werden. Bei dem Schädel stören mich die Sticker aber sogar noch viel mehr, weil der Weiß-Ton nicht identisch zu den Steinen ist und sie sich deswegen extrem stark abheben. Das wirkt natürlich unschön.
Dieses Mal muss ich aber nicht nur über die Vielzahl an Aufklebern meckern, sondern auch über das Fehlen von solchen. Nachdem man sowieso schon acht Stück alleine für die Figur gebraucht hat, hätte man doch noch einen dazu packen können. Zumindest hätte es dann einen Weg gegeben, dass der Schild nicht so unsagbar langweilig aussieht. Ein schnödes Grau ohne Verzierungen. Das geht in der Größenordnung wirklich nicht und lässt die Figur trotz der detailverliebten Brust etwas schnöde wirken.
Außerdem ist der Charakter auch nur von vorne wirklich schön anzusehen. Mittlerweile ist es bei den kleinen Figuren ja Standard, dass es auch einen schönen Druck auf dem Rücken gibt. Hier sieht man einfach nur die Rückseite der verwendeten Steine. Das macht herzlich wenig her und erlaubt gerade beim zur Schau stellen nur eine Ansicht von vorne oder ganz leichte Drehung. Sobald man das Hinterteil nur erahnen kann, verliert die Figur stark an optischer Qualität.

Schauen wir uns abschließend nochmal die beiden Minifiguren an, die in dem Set mit enthalten sind. Durch eine Vielzahl an Zubehör und das aufwendige Design macht das Wonder Woman-Set nämlich nochmal ganz schön Punkte gut.
Werfen wir erst einmal einen Blick auf die Titelfigur. Die Amazone kommt in ihrem traditionellen Outfit mit Brustpanzer und Rock (und leider auch aufgemalter Taile). Auf den Teilen befinden sich viele Details und kleine Spielereien. Der ikonische Gürtel und die Armbänder fehlen da genauso wenig wie der Ledergurt, der auf dem Rücken eine Scheide für das beigelegte Schwert andeutet. Genauso gelungen ist das Gesicht, das mit einem verschmitzten Lächeln oder einem sehr zornigen Ausdruck kommt. In beiden Fällen darf die Tiara natürlich nicht fehlen. Das Haarteil ist auch eins der Besseren, aber alles in allem ziemlich Standard. Außerdem ist es mir persönlich für Wonder Woman zu hell.
Ansonsten beigefügt sind noch ein blauer Umhang mit einem Kaputzenteil, durch das man die Haare ersetzen kann und ein Rundschild. Anders als die große Variante ist dieser auch sehr hübsch bedruckt und zeigt wie gut der von dem Riesen aussehen könnte.
Die zweite Figur im Set ist die von Steve Trevor, dem Soldaten, der Wonder Woman von ihrer Insel mitnimmt. Dieser trägt das Outfit, das man auch aus dem Trailer kennt und deutlich seine Verbindung zur Armee zeigt. Gerade der Torso punktet bei der Figur mit seinen Details. Man kann deutlich mehrere Schichten Kleidung erkennen, die sich unter der Fliegerjacke befinden und alle sind wirklich hübsch ausgearbeitet. Darüber kann man wirklich nicht meckern.
Genauso wenig über die beiden Gesichter, die er machen kann und die vom Ton der Amazone sehr ähnlich sind. Dafür sind die Haare ein langweiliges Standard-Teil und in dem Setting macht er am Ende mit seiner Fliegerkappe wesentlich mehr her. Alles in allem ist es eine gelungene Figur für einen Soldaten, der im Gesicht einfach ziemlich wenig einzigartige Merkmale hat.

Alles in allem fällt es mir sehr schwer zu viel über das Set zu meckern. Ja, es ist ziemlich runter gebrochen in seinen Details und man muss zu viel kleben, aber am Ende sieht es zusammen doch ganz gut aus. Man kann sicherlich viel Spaß beim spielen damit haben und auch im Regal machen zumindest die große Figur und Wonder Woman einiges her.  Trotzdem kann ich über den Preis nicht hinweg sehen, der einfach viel zu teuer angesetzt ist. Mit 30 Euro hätte ich gar kein Fass auf gemacht, aber das sind definitiv 5 Euro zu viel. Bei einem Set in der Größe ist das eine Menge Geld und das bekommt man in der Qualität auch einfach zu spüren.
Fans von Wonder Woman werden wohl nicht drum herum kommen dieses Produkt zu kaufen, da es zu dem Film sicher kein zweites Set geben wird. Sicherlich wird man im Laufe des Jahres nochmal die Chance bekommen die Amazone beim Justice League-Lego zu bekommen, aber wer wirklich den Fokus auf ihr möchte, der muss zum Warrior Battle greifen. Wenn man nur ein Set zum spielen sucht, dann rentiert sich das aktuellen Batman-Lego aber wahrscheinlich mehr und die ganz kleinen DC-Fans sollten auf ihre Amazone bis zum nächsten Film warten. Etwas schade!

Sharing is Caring:

Veröffentlicht von

El Nerderino

Der Comic-Stapel ist zu groß, die Lego-Kisten laufen über und bei den vielen Serien hat Netflix auch nichts mehr mit chill zu tun. Trotzdem wird sich immer mal wieder ein großer Kakao und Zeit zum bloggen genommen. Irgendwo muss die Meinung ja hin… auch wenn sie keinen interessiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.