Review: Last Hero Inuyashiki (Egmont Manga) – Reupload

Hiroya Oku ist zurück und hat etwas ganz kurioses mit im Gepäck! Nach seiner Erfolgsreihe Gantz, welche dem Mangaka zu weltweiter Anerkennung verholfen hat, kommt mit der 10-teiligen Serie Last Hero Inuyashiki wieder ein Abenteuer der ganz besonderen Art auf uns zu. Aliens, Cyborgs und… ein trauriger, alter Mann.

Inuyashiki Ichiro kauft ein Haus. Lange hat der 58-jährige für diesen Traum gespart. Ein kleines Haus, aber sein eigenes. Ein sicherer Platz für sich und seine Familie. Diese ist aber bei weitem nicht so angetan von dem neuen Heim wie er. Generell machen seine Frau und Kinder es dem gealterten Mann nicht leicht. Sie halten ihn für einen Verlierer und so lebt er alleine zwischen Menschen, die eigentlich einen wichtigen Teil in seinem Leben spielen sollten. Die Einsamkeit ist jedoch nicht sein einziges Problem. Inuyashiki wird sterben. Er hat Krebs. Damit ist es amtlich. Sein Leben ist vorbei.
Doch alles kommt ganz anders. Als der alte Mann eines Nachts mit seinem Hund spazieren geht, wird er… von einem Objekt aus dem All erschlagen. Damit soll die Geschichte aber erst beginnen. Die Geschichte eines Helden.
Inuyashiki ist nicht nur die Hauptfigur des Manga, sondern auch seine größte Stärke. In einer Geschichte, die sich zu großen Teilen um Action und Science-Fiction dreht, ist es eher selten einen Senioren als Helden zu sehen. Vor allen Dingen wenn er zeitgleich auch noch so eine unscheinbare und traurige Gestalt ist. Daran merkt man eindeutig, dass auch die Sub-Genres Slice of Life und Seinen hier bedient werden sollen. In dem ersten Band bekommt man zum Großteil einen Einblick in den Alltag des Mannes und in die Lebensumstände, an die er mit seiner Familie gebunden ist. Dabei ist er zeitgleich auch die einzige Figur, die in irgendeiner Form sympathisch ist. Trotzdem bleibt beim Leser das Gefühl, dass die Situation, in der er sich befindet, gar nicht unrealistisch ist und man muss unweigerlich mit ihm mitfühlen.
Die übernatürlichen Veränderungen, die Inuyashiki in diesem Band durchmacht sorgen zeitgleich aber auch für eine Menge Spaß. Es wird zwar versucht alles dramatisch zu inszenieren, aber durch das Alter des Mannes wirkt es unfassbar skurril. Das verleiht der Geschichte aber auch den Charme, der mir schon länger gefehlt hat. Gerade im Bereich Manga habe ich endlich mal wieder das Gefühl etwas komplett neues zu lesen. Selbst in den Actionszenen ist alles irgendwie anders. Davon gibt es in diesem Band nur eine von wirklicher Tragweite und wie der alte Mann dieses Problem löst ist einfach nur großartig. Er macht sich seine neu gewonnenen Kräfte erstklassig zu nutzen und zerstört seine Widersacher auf eine Weise, an der sie noch sehr lange zu knabbern haben werden. Den sozialen Medien sei dank.

(c) Egmont Manga

Wer schon mal einen Oku-Manga in der Hand hatte, weiß genau was einen optisch erwartet. Die Zeichnungen sind sehr realistisch gehalten und man erkennt deutliche Liebe zum Detail. Hintergründe und Landschaften scheinen zu einem Großteil auf Fotografien zu basieren und wurden nur zeichnerisch um relevante Elemente ergänzt. Auch die Figuren könnte man genau so im echten Leben auf der Straße treffen. Keine gewaltigen Augen oder unrealistischen Proportionen. Alles ist genau da wo es hingehört.
Durch den Realismus wirkt die Action sehr intensiv, obwohl auf solche typischen Elemente wie Speedlines zu einem großen Teil verzichtet wurde. Die Szenen erwecken den Eindruck von Momentaufnahmen. Dadurch ist alles sehr plastisch und behäbig. Trotzdem sieht man den Schmerz der Figuren deutlich. Eine andere Herangehensweise als gewohnt, die aber in keinster Weise schlechter funktioniert.
Wirklich zu bemängeln habe ich an diesem ersten Band eigentlich nichts. Das Einzige, was mir etwas missfallen hat, ist vollkommen geplant gewesen und macht im Rhythmus der Geschichte absolut Sinn. Der Manga hat Längen. Hin und wieder fällt es ihm schwer den Leser bei Laune zu halten. Das liegt aber wirklich an den Lebensumständen von Inuyashiki und macht es einem leichter sich in seinen tristen Alltag hinein zu fühlen. Trotzdem hätte es mich manches Mal fast dazu getrieben den Band bei Seite zu legen.
Weiterempfehlen würde ich den Manga trotzdem. Für 9,99 Euro bekommt man ein wirklich hochwertiges Produkt in Überformat. Der Manga sieht phantastisch aus und  die Abenteuer des Alten wirken vielleicht bekannt, aber er macht sie zu etwas vollkommen neuem. Trotzdem ist die Geschichte wohl eher etwas für Ältere und wer nur auf die Sachen aus der Weekly Shonen Jump steht lässt davon besser die Finger. Science-Fiction-Fans greifen zu!

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Veröffentlicht von

El Nerderino

Der Comic-Stapel ist zu groß, die Lego-Kisten laufen über und bei den vielen Serien hat Netflix auch nichts mehr mit chill zu tun. Trotzdem wird sich immer mal wieder ein großer Kakao und Zeit zum bloggen genommen. Irgendwo muss die Meinung ja hin… auch wenn sie keinen interessiert.

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